man warnte mich einmal, wenn du mit der fotografie beginnst, kommst du nicht mehr davon los. damals lachte ich darueber, dann passerte mir genau dies.
sie begann als versuch. analog. mit der zeit wurde sie ein hobby, dann eine (nicht bezahlte) beschaeftigung, schliesslich eine art obsession. sie begann, meinen alltag zu durchdringen. fast unbemerkt schob sie sich zwischen mich und die welt.
sie veraenderte meine wahrnehmung, die immer schaerfer wurde, aufmerksamer, manchmal beinahe aufdringlich. ich begann dinge zu sehen, an denen ich frueher achtlos vorbeigegangen waere: farben, kontraste, strukturen, spiegelungen, ungewoehnliche details und alle moeglichen ungereimtheiten unserer welt. irgendwann wurde fast alles zu einem moeglichen motiv.
ich blieb stehen, wo andere weitergingen, machte umwege und kehrte zurueck. ich wartete auf ein licht, eine wolke, eine person oder einen augenblick, von dem ich nicht einmal sicher war, ob er ueberhaupt eintreten wuerde.
die digitale fotografie eroeffnete mir dann eine neue buehne: jene der digitalen bildbearbeitung. nach einer kurzen krise ueber den verlust einer vermeintlich absoluten realitaet und der darauffolgenden euphorie ueber die neuen moeglichkeiten, glaube ich heute, dass die eigentliche herausforderung nicht darin besteht, alles veraendern zu koennen, sondern zu wissen, warum man es tut.
ich hoffe, das ist mir ein wenig gelungen.