schneegestoeber im nonstal

eine experimentelle serie. die absicht war es, die stimmung des tages einzufangen. verweht, verschwommen, zerflossen - anders konnten diese bilder nicht sein. und immer wieder die suche nach etwas waerme in den wenigen vorhandenen farben.

dezember 2010
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die kirche

der schnee
reduzierte die kirche
auf einige wenige linien und flaechen.

auf ein blasses gesicht mit roten frostbacken
und auf fenster mit augen,
wie nach einer durchzechten nacht.

die leicht beschlagene kameralinse
sorgte fuer die unschaerfe dazu.

alles was nicht wesentlich war,
verschwand.

nach und nach
auch dieses.

vergaenglichkeit

wir halten stein
fuer dauerhaft.
und meist auch uns selbst.

bis ein wintertag kommt,
der sogar eine kirche
zum verschwinden bringen kann.

doch es geschieht zu selten,
als dass wir daraus lehren
zoegen.

das tor

ergeht es dir auch so?
immer wieder zu glauben,
es gefunden zu haben.

doch jedes mal,
wenn wir uns ihm naehern,
steht es
schon woanders.

richtungsweisend

wie ein erhobener zeigefinger
ragte die turmspitze
in das schneegestoeber.

diesmal nicht mahnend.
eher
die richtung weisend.
so schien es.

vergessen

erinnerungen verschwinden nicht einfach.

schleichend, verlieren sie
ihre zwischentoene,
ihre schaerfe,
ihre konturen.

irgendwann
sind sie verbleicht.

zurueck bleibt
ein vages gefuehl,
das weiterlebt.

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zwischen weiss und grau

wir menschen ziehen linien.
fast immer.

dieses mal
scheint auch die natur
dabei mitzumachen.

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landschaftsskizzen 1 - opulenz in weiss

die malerin
uebte sich hier im minimalismus.
nur einzelne elemente
liess sie zu.

gekratztes,
schraffiertes braun,
gekonnt verteilt &
dazwischen
viel watteweiches weiss.

wie eine geschenksverpackung
fuer zerbrechliche kostbarkeiten.

landschaftsskizzen 2 - impression

die kamera
gab irgendwann auf.

sie versuchte nicht mehr,
den winter abzubilden

und begann,
ihn zu malen.

begegnung

kleiner hund, was machst du hier, bei diesem wetter?
hast du denn kein zuhause? keine kleine huette,
nur fuer dich, mit einer warmen wolldecke am boden?

das tier schien meine frage ernst zu nehmen.
nach einem kurzen gruss mit der schnauze,
trottete es gradlinig
einem nur ihm bekannten ziel entgegen.

landschaftsskizzen 3 - tanz

der winter bildete die kulisse,
der wind gab den takt vor.

die baeume
folgten ihm schweigend.

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roter hof

lange nur weiss.
dann ploetzlich: rot leuchtend, ein hof.
ich fuhr weiter.
im fahren, ein schuss aus der huefte.

ich habe nie erfahren,
wie er bei schoenem wetter aussieht.

auftauchen der metallstoerche

in kalten wintern
tauchen sie gelegentlich auf.
metallstoerche.
scheu und fuer augenblicke sichtbar
nur fuer jene,
die sie wirklich sehen wollen.

schnaebel, koepfe und haelse

wir sind also sammler geblieben.
sammler von formen.
unsere wahrnehmung sucht in ihnen immer noch
die uralten formen der natur.
bis aus futtersilos
schnaebel, koepfe und haelse werden.

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enttaeuschung

es stand allein im schneetreiben.

als ich naeher kam, glaubte ich,
einen schimmer in seinen augen zu sehen.
war es hoffnung?

ohne heu und nach nur wenigen worten,
ging ich weiter.

auch ich war eine enttaeuschung fuer es gewesen.

abschied

ich schaemte mich, es zu fotografieren.
waehrend es, vor einsamkeit und kaelte, wahrscheinlich fror.

sein fell
schimmerte in allen brauntoenen,
so schoen, wie ich sie noch nie gesehen hatte.

alles gute, liebes tier.

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weiss auf weiss

erst beim zweiten blick erkannte ich,
was schnee war und was plane.
vielleicht war es zufall.
vielleicht hatte jemand einfach ein auge fuer weiss.

still in mir die hoffnung,
dass all dieses stroh fuer das pferd war,
dem ich gerade begegnet war.

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